- ein Entscheidungsinstrument für Maßnahmen an Fließgewässern


Kontakt: Karoline Angermann

Was ist RiverSmart?
Wo kann RiverSmart angewendet werden?
Was sind die Ergebnisse von RiverSmart?
Wie funktioniert RiverSmart?
Das Ökosystem- Modell in RiverSmart
Von den Eingriffen zur ökologischen Wirkung

 
Die Entwicklung von RiverSmart wird durch den
FFF (Forschungsförderungsfond für die gewerbliche Wirtschaft) und den KWF (Kärntner Wirtschaftsförderung) gefördert
 
     
 

Was ist RiverSmart?

RiverSmart (River Strategic Model for the Analysis of Rivers based on Typologies) ist ein Verfahren zur Analyse von geplanten Maßnahmen an Fließgewässern. Mit Hilfe von RiverSmart können Projektwerber umweltgerechte und kostengünstige Entscheidungen finden (Decision Support System - DSS). Der modellhafte Aufbau ermöglicht Ergebnisse auch ohne Geländeaufnahme. Mit RiverSmart können sowohl der aktuelle

Zustand als auch unterschiedliche Zukunftsszenarien betrachtet werden. Das System unterstützt die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Der Bewertungsansatz ist mit der EU- Wasserrahmenrichtlinie kompatibel.
 
 
 
 

Wo kann RiverSmart angewendet werden?

- Maßnahmenplanung an kraftwerksbeeinflussten Fließgewässern
-
Maßnahmenplanung für den Flussbau – Revitalisierung von Fließgewässern Ausweisung von „heavily-modified waterbodies“ („erheblich veränderte Wasserkörper“, entsprechend der Wasserrahmenrichtlinie)

 
 
 
 
Was sind die Ergebnisse von RiverSmart?
 
Ökologische Zustandsklassen:
Einstufung nach der WRRL (Klassen von 1,0 bis 5,0) für unterschiedliche Zukunftsszenarien.
 
 
Kostenschätzung:
Kosten der Maßnahmen, die zur Herstellung von Zukunftsszenarien notwendig sind, unter Berücksichtigung von Änderungen der Produktionsleistung.
 
Bewertungs-szenarien
Mehrkosten in Euro im Vergleich zur Ausgangssituation
Szenario 1
rd. 3 Mio. Euro
Szenario 2
rd. 15 Mio. Euro
 
Kosten-Wirksamkeits-Analyse:
Die Gesamtkosten für jedes Maßnahmenszenario werden im Vergleich zur ökologischen Wirksamkeit betrachtet.
 
Bewertungs-szenarien
Prog. ökolog. Zustandsklasse
Mehrkosten
in Euro
Szenario 1
3,5
(mäßig – schlecht)
rd. 3 Mio. Euro
Szenario 2
2,5
(gut-mäßig)
rd. 15 Mio. Euro
 

Defizitanalyse:
- Welche Eingriffe wirken am stärksten?
- Was sind die limitierenden ökologischen Faktoren

 
 
Synergien werden aufgezeigt...
... zwischen ökologischen Verbesserungen und Erhöhung der Produktivität der Wasserkraftnutzung
 
 
 
 

Wie funktioniert RiverSmart?

Für einen Flussabschnitt werden verschiedene (Zukunfts-) szenarien definiert. Die zur Herstellung des Szenarios notwendigen Maßnahmen werden festgelegt. (siehe Abbildung unten).

 

 
 

Das ökologische Leitbild für den Flussabschnitt wird bestimmt. Für jedes Szenario erfolgt eine ökologische Bewertung und eine Kostenschätzung der Maßnahmen. Die ökologische Bewertung geht von anthropogenen Eingriffen, die sich negativ auf das Ökosystem auswirken, aus. Als Bewertungsmaßstab dient ein ökologisches Leitbild. Der ökologischen Wirksamkeit von Maßnahmenszenarien werden die Kosten der Maßnahmen gegenübergestellt. Dieser Vergleich ermöglicht es, umweltgerechte und kostengünstige Entscheidungen zu finden.

 

 
 

 
 

Das Ökosystem- Modell von RiverSmart

Dem Bewertungskonzept liegt eine modellhafte Beschreibung der Ökosystems Fließgewässer anhand abiotischer Kenngrößen zugrunde. Die Tabelle gibt einen Überblick über die Gliederung des Ökosystemmodells. Das Ökosystem wird auf räumlicher, zeitlicher und funktionaler Ebene betrachtet. Mit dem gewählten Ansatz wird dem hohen Stellenwert der gewässerdynamischer Prozesse und der Vernetzung des Wasserkörpers in sich und mit dem Umland Rechnung getragen.

 

 

Systembetrachtungs-ebenen

Systemkomponenten

Repräsentative Bewertungskriterien

Systemelemente

Hydrologie

Abfluss

Überflutungsdauer

Grundwasserflurabstand

Wasserkörper

Gewässerausdehnung

Wassertiefe

Strömung

Laufentwicklung

Laufentwicklung

Gewässerbettmorphologie

Sohlstruktur

Gewässerbettausformung

Ufermorphologie

Uferausdehnung

Uferstruktur

Auemorphologie

Aueausdehnung

Auestruktur

Chemisch-physikalischer Stoffhaushalt

Wassertemperatur

Gewässertrübe

Organische Belastung

Anorganische Belastung

Systemdynamik

Morphodynamik

Morphodynamik Sohle

Morphodynamik Ufer

Morphodynamik Aue

Hydrodynamik

Abflussdynamik-kurzfristig

Abflussdynamik-mittelfristig

Abflussdynamik-langfristig

Überflutungsdynamik

Grundwasserdynamik

Systemvernetzung

Laterale Vernetzung

Vernetzung Gewässer-Nebengewässer

Vertikale Vernetzung

Vernetzung Gewässer-Grundwasser

Längskontinuum

Lokales Längskontinuum

Regionales Längskontinuum

 
 
 

Von den Eingriffen zur ölologischen Wirkung

Der Zusammenhang von Wirkungsintensität eines Eingriffes und dem Zielerfüllungsgrad wird in Form von Transformationskurven definiert. Die Transformationskurven sind spezifisch je
- Leitbild
- Eingriffstyp
- Bewertungskriterium.

Die Transformationskurven besitzen generelle Gültigkeit und sind unabhängig vom konkreten Bewertungsabschnitt.
Die Eichung der Transformationskurven erfolgt anhand von Modellierungen, Vergleich mit biozönotischen Bewertungsergebnissen und laufenden Anwendungen.

 
 

Abbildung: Beispiel für Transformationskurven für ein bestimmtes Kriterium und einen bestimmten Eingriff. Je höher die Wirkungsintensität des Eingriffes (x-Achse) desto geringer der Zielerreichungsgrad. Der Kurvenverlauf variiert je nach Ausprägung des Kriteriums im Leitbild (sehr gering – sehr hoch)