Presse-Aussendungen / Public relations

+ + + PEAK OIL-RESILIENZ = SOZIALKAPITAL & INFRASTRUKTUR + + + „RESILIENZ ÖSTERREICH“

Klagenfurt und Wien, 12. März 2013

Das vom Österreichischen Klima- und Energiefonds (KLIEN) der Österreichischen Bundesregierung geförderte Forschungsprojekt „Resilienz Österreich“ untersucht, wie krisenfest die österreichischen Regionen angesichts mittelfristig rückläufiger Erdölförderung (Peak Oil) sind. Erste Projektergebnisse sind nun auf der Website http://www.umweltbuero-klagenfurt.at/resilienz/ verfügbar.

Peak Oil ist möglicherweise bereits überschritten. Die Erdölknappheit nach diesem Gipfelpunkt der Erdölförderung macht die Energiewende hin zu den Erneuerbaren unausweichlich, kann diese jedoch zugleich erschweren. Erdöl ist nämlich ein wichtiger Input der Infrastruktur, die Erneuerbare produzieren muss. Zudem hängen Wirtschaftswachstum und daran gebundene Investitionen bislang davon ab.

Schwere Energiekrisen wie in Kuba und Nordkorea nach dem Zusammenbruch der UdSSR, als Importe von Energie und anderen Gütern kollabierten, zeigen die große Bandbreite möglicher Reaktionen auf Peak Oil: von selbstorganisierter Anpassung wie in Kuba bis zur Hungerkatastrophe wie in Nordkorea. Entscheidend für das Erfolgsbeispiel Kuba waren adäquate Infrastrukturen, Know-How, Technologien und Ressourcen auf der einen Seite und ein starkes Sozialkapital auf der anderen.

Diese Beobachtung konnten Mag. Andreas Exner vom EB&P Umweltbüro GmbH, DI Julian Matzenberger von der TU Wien und die Sicherheitsforscherin Dr. Rosemarie Stangl nun im Rahmen von „Resilienz Österreich“ präzisieren. Zahlreiche Fallbeispiele zur Bewältigung von Disastern zeigen: Kooperation zwischen verschiedenen sozialen Gruppen ist notwendig für den wirksamen Einsatz von Know-How und Ressourcen für die Anpassung an Stressoren. Dagegen illustrieren der Umgang mit den Folgen des Hurricans Katrina oder des Tsunami in Südostasien die z.T. tödlichen Folgen von fehlendem Sozialkapital zwischen unterschiedlichen ethnischen, kulturellen und sozialen Gruppen. Die Reaktion auf Fukushima dagegen zeigt u.a. die positive Auswirkung von Sozialkapital.

Sozialkapital hängt vor allem von sozialer Gleichheit ab, wie bisherige Forschungen ergaben. Beide Faktoren erhöhen die Innovationsfähigkeit und die flexible, spontane Anpassung an komplexe Krisen und unbekannte Entwicklungen, die für Resilienz entscheidend sind. Die Energiewende ist kein bloß technischer Übergang, sondern eine umfassende gesellschaftliche Transformation. Für sie sind daher soziale Basisinnovationen, die den Wachstumszwang überschreiten, von großer Bedeutung.

„Die Resilienz der Lebensqualität sollte angesichts Peak Oil und der damit verbundenen Gefahren im Zentrum stehen“, so Mag. Exner. „Der Energieoutput selbst ist nur ein Mittel für diesen Zweck. Wichtig ist eine deutliche Entkoppelung von gutem Leben und Energie. Denn auch die Erneuerbaren sind mit Grenzen konfrontiert, wie man zum Beispiel am Land Grabbing für Biotreibstoff sieht.“

„Resilienz Österreich“ konnte zum ersten Mal klar zeigen, dass nicht nur die Lebensqualität, sondern auch viele Öko-Indikatoren international positiv mit sozialer Gleichheit korrelieren. Je gleicher eine Gesellschaft, desto weniger Statuskonkurrenz, desto mehr Kohäsion und desto weniger Verbrauch.

Eine Region ist umso resilienter, je besser öffentliche Infrastrukturen ausgebaut sind, je mehr Erneuerbare sie hat, je toleranter, weltoffener und fremdenfreundlicher sie ist und je stärker soziale Gleichheit, Skills und kritisches Denken ausgebildet sind. „Auch eine gute Lagerhaltung und regionale Selbstversorgung mit Lebensmitteln sind wichtig“, so Exner abschließend.

PR-Rückfragen: Mag. Andreas Exner –+43-0699 15 16 61 48, andreas.exner@umweltbuero.at

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